Meditation in der Schulmedizin
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Die Meditation in der Schulmedizin

Schön, dass Du wieder da bist und Lust hast, etwas Neues zu erfahren. Wir haben uns in den letzten beiden Beträgen mit dem Oberthema Meditation beschäftigt. Diese Inhalte möchten wir nochmals vertiefen. Heute geht es um die Verankerung der Meditation in der Schulmedizin. Spannend, oder? - Also, legen wir los.

Die Meditation steht bereits seit längerem im Fokus der Wissenschaft. Es geht nicht mehr nur noch darum zu glauben, dass regelmäßiges Meditieren etwas in einem Menschen auslöst. Nein, mittlerweile liegen Studien und Forschungsergebnisse von verschiedenen Instituten vor, die selbst der typische „ZDF“-Mensch (also der Anhänger von Zahlen, Daten, Fakten) nicht ignorieren kann. Wie kann man nun die Auswirkungen von regelmäßiger Meditation messbar, bzw. sichtbar machen? Zum Beispiel durch MRT-Aufnahmen des menschlichen Gehirns. Bei entsprechenden Untersuchungen wurde festgestellt, dass sich die Struktur des Gehirns durch regelmäßiges Meditieren sichtbar verändert, es findet eine Umstrukturierung seiner Verknüpfungen statt.

Was hat dies wiederum für Auswirkungen? Eine Umstrukturierung des Gehirns müsste zur Folge haben, dass sich auch der Mensch verändert, da ja der Sitz seines Geistes und Bewusstseins verändert wurde.

Gegen Schmerzen und Depressionen wirksam

Richtig geschlussfolgert – es ist ebenfalls wissenschaftlich bewiesen, dass Menschen, die regelmäßig meditieren, ganz anders mit körperlichen Schmerzen umgehen. Diese Erkenntnis hat sich die Medizin auch schon zu Nutze gemacht, indem sie die Meditation als Therapiemethode in die Schmerztherapie aufgenommen hat. Auch bei der Behandlung von Depressionen hat sich die Meditation bereits etabliert. Studien zeigen, dass sie eine ähnliche Wirkung wie chemische Antidepressiva entfaltet.

Stress hat einen Namen

Aber damit noch längst nicht genug. Bluttests haben ergeben, dass regelmäßiges Meditieren den Cortisolspiegel des Körpers senkt. Kleiner Exkurs: Cortisol ist ein Stresshormon, das abbauende Stoffwechselvorgänge aktiviert und so dem Körper energiereiche Verbindungen zur Verfügung stellt. Vereinfacht gesagt, Cortisol hält uns innerlich ständig aktiv, da der Stress uns suggeriert, dass wir jeden Moment kämpfen oder fliehen müssen (Fight-or-Flight-Modus, der eine Überlebensstrategie darstellt). Ein dauerhaft zu hoher Cortisolspiegel hat eine ganze Reihe negativer Auswirkungen auf uns. Der Stressmodus, in dem wir uns permanent befinden, ist der Grund für die erhöhte Ausschüttung des Stresshormons. Cortisol sorgt dafür, dass entsprechende Stoffwechselvorgänge beschleunigt, bzw. ausgesetzt werden.

Immer im Stress, immer auf der Flucht

Will man sich die Wirkung bildlich vorstellen, ist vielleicht diese Situation passend: Ein Mensch aus der Steinzeit ist auf der Suche nach Beeren. Plötzlich steht ein Säbelzahntiger vor ihm. Unser Vorfahr weiß, dass er laufen muss, um nicht gefressen zu werden, die ultimative Stresssituation. Auftritt Cortisol; das Hormon ist dafür verantwortlich, dass in diesem Augenblick überflüssige Körperfunktionen abgestellt werden und die Energiegewinnung hochgefahren wird. Schließlich benötigt der Mensch alles an abrufbarer Energie, um den Kampf auf Leben und Tod gewinnen zu können.

Langzeitfolgen durch den Teufelskreis

Was bedeutet das jetzt für den modernen Menschen von heute, der ja durch seine Lebensumstände in einer Stressschleife feststeckt und dem folglich das Cortisol suggeriert, dauerhaft für Kampf oder Flucht bereit sein zu müssen? Für die Situation überflüssige Körperfunktionen wie die Verdauung werden heruntergefahren. Als Langzeitfolge kommt es zu Störungen des Verdauungssystems, die sich beispielsweise durch Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfälle bemerkbar machen.

Eine weitere Auswirkung eines dauerhaft hohen Cortisolspiegels sind Schlafstörungen. Dadurch, dass der Körper nicht mehr komplett in einen Entspannungszustand gelangt, sondern sich in ständiger Alarmbereitschaft befindet, ist kein erholsamer Schlaf möglich. Der Körper kann sich nicht über Nacht regenerieren. Dieser Mangel an Schlaf in Kombination mit der permanenten Alarmbereitschaft, hat wiederum zur Folge, dass die Lebensqualität leidet, Der Betroffene fühlt sich schlapp, energie- und antriebslos. Darunter leidet auch die Psyche. Du siehst, ein Teufelskreis wie aus dem Lehrbuch.

Jungs & Mädels, aufgepasst: Das kleine Wunder Meditation

Dieser Kreislauf kann jedoch nachweislich durch regelmäßige Meditation unterbrochen und umgekehrt werden. Wir kennen den Jungbrunnen aus allerlei Geschichten. Sein Wasser hält uns ewig jung und schön. Ein wenig verhält es sich so mit der Achtsamkeitsmeditation: Es gibt erste Hinweise, dass sie die Zellalterung positiv beeinflusst und die Mechanismen des Zellkerns verändert. Clifford Saron und sein Team von der University of California erforschen die Auswirkungen regelmäßiger Achtsamkeitsmeditation auf das Enzym Telomerase, welches grob gesagt dafür zuständig ist, die Qualität des Erbguts bei der Zellteilung alternder Menschen zu stabilisieren. Die regelmäßig meditierenden Studienteilnehmer wiesen nach drei Monaten eine um ein Drittel höhere Telomerase-Aktivität auf als die Gruppe der nicht-meditierenden Kontrollpersonen.

Ein wenig Selbstüberwindung

Im Grunde ist die einzige Hürde, die Du bewältigen musst, Dein innerer Schweinehund. Er will Dich im Trott halten und kläfft gegen Veränderungen, egal welcher Art, an. Schaffst Du es, diesen lästigen Köter zu überwinden, stehen Dir alle diese positiven Wirkungen offen. Vielleicht schaffst Du es ja, dann kannst Du nach diesem Beitrag mit ihm ins Gespräch kommen und ihn überzeugen, dass man mit einer solchen Veränderung im Leben nicht nur nichts verliert, sondern - im Gegenteil - unglaublich viel gewinnt. So wird das Leben voller, intensiver und glücklicher.

Wir wünschen Dir viel Erfolg und Freude dabei, bleib gesund und positiv!

Dein Chakra-Akademie-Team
Elke & Stefan